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Knieoperationen

Praktizierende Ärzte
Dr. med. Tim Bernhard

Anatomie des Kniegelenkes

Das Knie besteht aus vier Knochen, zwei Gelenken und den Muskeln, Sehnen und Bändern, die diese verbinden. Die vier Knochen sind der Femur (Oberschenkelknochen), die Tibia (Schienbein), die Fibula (Wadenbein) und die Patella (Kniescheibe). Die beiden Gelenke sind das Femorotibialgelenk (Kniegelenk) und das Patellofemoralgelenk (zwischen Kniescheibe und Femur). Das Knie ist ein Drehscharniergelenk zwischen dem Oberschenkel- und den Unterschenkelknochen. Es beinhaltet zwei Kompartments (medial und lateral). Diese Kompartments enthalten das Oberschenkelende (Kondylus), das obere Ende der Tibia (Tibiakopf) und einen Knorpel (Meniskus). Der Kondylus und der Tibiakopf sind mit Gelenkknorpel überzogen, der das Knochenende schützt. Der Verlust dieses Knorpels wird Arthrose genannt. Der Meniskus liegt zwischen diesen Knochen. Er besteht aus einer anderen Art Knorpel, dient als Stoßdämpfer und trägt zur Stabilisierung des Knies bei. Der Meniskus wird nach seiner Lage im Knie bezeichnet. Der mediale Meniskus (Innenmeniskus) liegt an der Innenseite des Knies, der laterale Meniskus (Außenmeniskus) an der Außenseite.

Im Knie und um das Knie herum gibt es zwar viele Bänder, Femur und Tibia werden jedoch hauptsächlich von vier Bändern gehalten. Dies sind das vordere Kreuzband (VKB), das hintere Kreuzband (HKB), das mediale Seitenband (MSB) und das laterale Seitenband (LSB). Das vordere Kreuzband befindet sich in der Kniemitte und dient der Begrenzung der Verschiebung der Tibia gegenüber dem Femur nach vorn. Das hintere Kreuzband befindet sich in der Kniemitte und dient der Begrenzung der Verschiebung der Tibia gegenüber dem Femur nach hinten. Das mediale Seitenband befindet sich an der Innenseite des Knies und hält Femur und Tibia zusammen. Das laterale Seitenband befindet sich an der Außenseite des Knies und hält Femur und Fibula zusammen. Eine Verletzung eines dieser vier Bänder kann zur Instabilität des Kniegelenks führen.

Das Patellofemoralgelenk besteht aus der Patella (Kniescheibe) und der Trochlea (Furche im Femur, in der die Kniescheibe läuft). Die Unterseite der Patella ist wie die Trochlea mit Gelenkknorpel überzogen. Jeder Zustand, der den Druck zwischen diesen beiden Knorpelflächen erhöht, kann zu Schmerzen an der Vorderseite des Knies führen. Die Quadrizeps-Muskeln bilden eine Muskelgruppe, die mit einer gemeinsamen Sehne an der Kniescheibe ansetzt. Sie dienen der Streckung des Knies und verhindern, dass die Tibia zu weit hinter den Femur rutscht. Die Beugemuskeln sind eine Muskelgruppe, die an der Tibia oder Fibula ansetzt. Sie dienen der Beugung des Knies und verhindern, dass die Tibia zu weit vor den Femur rutscht.
Quelle: Arthrex


Schädigungsmechanismus

Das Knie kann infolge einer Verletzung, durch wiederholten Gebrauch oder Abnutzung mit zunehmendem Alter geschädigt werden. Eine Verletzung ist bei jungen Menschen die Hauptursache für eine Schädigung. Drehverletzungen mit oder ohne Kontakt mit einer anderen Person können zu Meniskus- oder Bänderrissen führen. Der wiederholte Gebrauch ist eine häufige Ursache für Kniegelenkschäden. Menschen, die beruflich viel knien, klettern, hocken oder sich bücken müssen, sind besonders anfällig für Knieschmerzen. Bei Sportlern, die Sportarten ausüben, die plötzliche Richtungswechsel wie Basketball oder Fußball oder Sprünge wie Basketball und Volleyball erfordern, ist das Verletzungsrisiko für die Knie erhöht. Mit zunehmendem Alter verliert der Körper zudem an Flexibilität. Das Gleiche gilt für das Knie, den Meniskus und die Bänder, die das Knie zusammenhalten. Sie werden steifer und reißen leichter. Die normale Abnutzung im Gelenk kann im Laufe des Lebens so stark werden, dass sie ohne speziellen Grund zu Meniskusrissen oder Schäden am Gelenkknorpel führt.

Quelle: Arthrex

1. Meniskusrisse

Aufbau der Menisken

In jedem Knie gibt es einen Innenmeniskus und einen Außenmeniskus. Das Gewebe besteht aus Faserknorpel. Der Innenmeniskus hat die Form eines „C“, der Außenmeniskus eher eines nicht ganz geschlossenen Kreises.

Da der Innenmeniskus mit der Gelenkkapsel und des Innenbandes fest verwachsen ist, ist er für Verletzungen wesentlich anfälliger als der Außenmeniskus.

Sie dienen als Stoßdämpfer zwischen dem Ober- und Unterschenkel. Des Weiteren haben Sie eine gelenkschmierende und stoßdämpfende Funktion.

Anatomisch gesehen wird der Meniskus in 3 Anteile unterteilt: Vorderhorn=VH, Pars intermedia=PI und Hinterhorn=HH.

Meniskus

In Anhängigkeit der Durchblutung wird der Menikus ebenfalls in unterschiedliche Zonen unterteilt:
Rote Zone= kapselnahes Meniskusgewebe mit guter Durchblutung.
Rot-weiße Zone= mittiges Meniskusgewebe mit mäßiger Durchblutung.
Weiße Zone= kapselfernes Meniskusgewebe mit schlechter Durchblutung.

Durch die Belastungen, denen ein Knie im Laufe eines Lebens ausgesetzt ist, altern auch Menisken. Dabei nimmt wie bei den Bandscheiben der Wassergehalt ab. Sie verlieren ihre Elastizität, werden spröde und verletzungsanfälliger. Deshalb können sie auch ohne äußere Verletzungen reißen.
Neben Alterserscheinungen können auch schnelle und abrupte Drehbewegungen beim Sport zu Verletzungen am Meniskus führen.

Meniskusrisse entstehen allerdings viel häufiger durch Verschleiß als durch Verletzungen.

Symptome

Patienten mit einem Meniskusriss klagen über Schmerzen, Schwellungen, ''Knacken'', ''Blockierungen'' oder ''Schlackern'' des Knies. Da beim Beugen mehr Druck auf den Meniskus ausgeübt wird, klagen die Menschen über Schmerzen beim Hocken und Treppensteigen.

Diagnostik

Ihr Arzt wird eine sorgfältige Anamnese erheben und eine körperliche Untersuchung durchführen. Bei der Untersuchung wird der Schmerz durch Druck auf den Meniskus,
Beugen des Knies oder Beugen und Drehen des Knies ausgelöst. Das Röntgenbild ist im Allgemeinen normal, kann jedoch eine Arthrose oder Verkalkung des Meniskus zeigen. Diese beiden Veränderungen gehen häufig mit Meniskusrissen einher. Zur Bestätigung der Diagnose wird ein MRT durchgeführt.

Behandlung

Die Behandlung eines Meniskusschadens sollte durch einen arthroskopischen Eingriff erfolgen. Da der Meniskus sehr schlecht durchblutet ist (nur das äußere Drittel enthält Blutgefäße), heilt er nur in wenigen Fällen von selbst. Der Eingriff sollte nicht zu lange hinaus gezögert werden, da die Gefahr einer Gelenkzerstörung droht. Bei jüngeren Patienten sollte der Meniskus genäht und damit erhalten werden (Meniskusnaht). Dies ist aber nur dann möglich, wenn der abgerissene Teil des Meniskus noch nicht zu stark verschlissen oder beschädigt ist und die Form des Risses für eine Naht geeignet ist. Insbesondere die Risse in der gut durchbluteten roten Zone sind für die Naht gut geeignet. Auch die Meniskusnaht wird rein arthroskopisch mit speziellen Nahtankern durchgeführt. Das Gelenk muss nicht eröffnet werden.

Meniskusrefixation

Animation zum Operationsverfahren Meniscal Cinch™

Bei degenerativen Rissen, bei denen eine Meniskusnaht nicht sinnvoll erscheint, werden die eingerissenen und verschlissenen Anteile mit entsprechenden Stanzen entfernt. Der Restmeniskus wird neu ausgeformt und geglättet.

Animation zum Operationsverfahren Teilresektion des Meniskus

In der Regel führen wir diesen Eingriff ambulant im KH Pfullendorf durch. Der Eingriff kann unter Vollnarkose oder Spinalanästhesie erfolgen. Bereits nach 4 Stunden dürfen Sie wieder nach Hause.

Nachbehandlung

Am ersten Tag nach der Operation wird die Drainage in unserer Praxis entfernt und ein Verbandswechsel durchgeführt. Der Fadenzug erfolgt 10-12 Tage postoperativ. Eine Teilbelastung mit Unterarmgehstöcken erfolgt für 5-7 Tage. Für diesen Zeitraum empfehlen wir eine Thromboseprophylaxe mit niedermolekularem Heparin. Die berufliche Tätigkeit können Sie in der Regel nach 2-3 Wochen wieder aufnehmen. Sportliche Aktivitäten können nach 4-6 Wochen erfolgen
Bei einer Meniskusnaht wird eine Teilbelastung des operierten Beines mit 20 Kg für 2-3 Wochen durchgeführt. Des Weiteren wird das operierte Gelenk mit einer speziellen Kniegelenksorthese in der Beweglichkeit limitiert. Dem zu Folge verlängert sich die Arbeitsunfähigkeit auf 6-8 Wochen nach dem Eingriff. Sportliche Betätigungen sollten erst nach 12 Wochen erfolgen.

2. Arthrose

Was ist Kniearthrose?

Mit Kniegelenksarthrose oder Gonarthrose bezeichnet man einen vorzeitigen Verschleiß der knorpeligen Gelenkflächen des Kniegelenkes. Sie kann in allen drei Kompartments des Knies (medial, lateral und patellofemoral) auftreten. Die Arthrose führt zum Verlust des Gelenkknorpels, der die Knochenenden bedeckt und eine glatte Bewegung der Knochen gegeneinander ermöglicht. Wenn der Knorpel geschädigt ist, reiben die Knochen bei Bewegung aneinander. Man sagt, im Gelenk kommt es zu einem Kontakt von ''Knochen auf Knochen''. Dieser kann bei Bewegung oder auch in Ruhe zu Schmerzen, bei Bewegungen zum Reiben oder Knacken und zu einem Kraftverlust führen. Bei schwerer Arthrose versucht der Körper das Gelenk zu stabilisieren und die Beweglichkeit einzuschränken, indem er Zacken oder zusätzlichen Knochen an den Gelenkrändern bildet.

Ursachen der Kniearthrose

Es gibt zwei Hauptarten von Arthrose: die rheumatoide Arthritis und die Osteoarthrose. Die rheumatoide Arthritis tritt auf, wenn das Immunsystem des Körpers eine Entzündung hervorruft. Die Osteoarthrose tritt auf, wenn das Gelenk als Folge einer Überbeanspruchung, des Alters oder einer Verletzung abgenutzt ist. Wenn eine Gelenkinfektion zum Knorpelverlust führt, spricht man von septischer Arthritis.

Symptome

Menschen, die an Kniearthrose im Femorotibialgelenk leiden, haben Schmerzen, Steifigkeit und einen Kraftverlust. Im betroffenen Gelenk ist möglicherweise ein ''Knirschen'', ''Knacken'' oder eine ''Sperre'' zu spüren. Die Beweglichkeit ist zunehmend eingeschränkt, sodass Aufgaben wie längeres Gehen eventuell zum Problem werden. Patienten, die an Arthrose im Patellofemoralgelenk leiden, klagen häufig über ein ''Schlackern'' oder Einknicken des Knies. Dies kann auftreten, wenn die Kniescheibe über Knochenzacken läuft, und gibt dem Patienten ein Instabilitätsgefühl. Patienten mit patellofemoraler Arthrose haben Beschwerden beim Treppensteigen, Hocken oder Stehen nach längerem Sitzen. In einigen Fällen kommt es zu Schwellungen des Gelenkes und Wassereinlagerungen, dem sog. Reizerguss.

Diagnostik

Die Arthrose wird durch eine ausführliche körperliche Untersuchung und durch eine anschließende Röntgenuntersuchung diagnostiziert. Um Knorpelschäden im Frühstadium zu erfassen und Meniskusläsionen auszuschließen, ist in begründeten Fällen die kernspintomographische Zusatzuntersuchung erforderlich.

Behandlung

Wenn die konservative Behandlung nicht anschlägt, ist evtl. eine operative Therapie erforderlich. Bei der Kniearthrose gibt es verschiedene Operationsmöglichkeiten.

Arthroskopische Knorpelglättung

Bei der Arthroskopie des Knies (Kniegelenkspiegelung) wird eine kleine Kamera in das Gelenk eingeführt, um geschädigten Knorpel zu entfernen. Dieses Verfahren bringt zwar keine Heilung, kann jedoch bei Patienten, die unter mechanischen Symptomen wie Schnappen und Blockierung leiden, eine langfristige Linderung bewirken.

Hierbei werden freie oder sich ablösende Knorpelanteile entfernt. Dies wird mit speziellen Knorpelshavern erreicht. Die Gelenkflächen werden geglättet und abgerundet. Die entzündlichen Prozesse sollen hierdurch reduziert werden.

Knochenmarkstimmulierende Verfahren (Mikrofrakturierung)

Zunächst wird der geschädigte Knorpelbereich gesäubert und die Knorpelränder geglättet. Die Knochenplatte am Defektgrund wird anschließend mit speziellen Instrumenten perforiert. Aus diesen Löchern kann es dann in den Defekt einbluten. Aus dem Blutgerinsel mit Knochenmarkstammzellen kann sich anschließend ein fibröses Knorpelersatzgewebe
entwickeln. Diese Operationsmethode eignet sich insbesondere für kleinere, gut umschriebene Knorpeldefekte (< 2cm2). Für große Knorpeldefekt, oder generalisierte Arthrosen ist dieses Verfahren nicht geeignet.

Knietotalendoprothese

In schwereren Fällen wird eventuell zu einem künstlichen Knietotal- oder -teilgelenk geraten. Hierbei wird das Gelenk entfernt und der verletzte Knorpel durch ein glattes Implantat aus Metall und Kunststoff ersetzt, sodass man das Knie reibungslos, schmerzarm und vielfach deutlich besser bewegen kann.
Dieser Eingriff wird in enger Kooperation mit Chefarzt Dr. Bräuchle im Krankenhaus Sigmaringen angeboten.

3. Entzündungen

Bursitis praepatellaris

Was ist eine Bursitis praepatellaris?

Eine Bursitis praepatellaris ist eine Entzündung des Schleimbeutels, der zwischen der Kniescheibensehne und der Haut liegt. Ein Schleimbeutel ist ein flüssigkeitsgefüllter Beutel, der zwischen Muskeln und Haut liegt und als Polster dient. Wenn der Schleimbeutel sich entzündet, schwillt er an und wird dicker. Dies verursacht Schmerzen und eine Schwellung an der Vorderseite des Knies. Wenn sich der entzündete Bereich infiziert, wird eine weitere Behandlung erforderlich.

Ursachen für eine Bursitis praepatellaris

Eine Bursitis praepatellaris kann durch ein Trauma an der Vorderseite des Knies oder durch ständiges Knien entstehen. Eine Bursitis praepatellaris wird auch als Putzfrauenknie bezeichnet, weil sie häufig bei Menschen auftritt, die viel knien und in der Hocke arbeiten.

Symptome

Schmerzen und eine Schwellung an der Vorderseite des Knies. Wenn sich die Bursitis infiziert, klagt der Patient eventuell über Fieber, Nässen an der Vorderseite des Knies, Rötung und Berührungsempfindlichkeit.

Diagnostik

Die Diagnose wird durch eine sorgfältige körperliche Untersuchung gestellt. Röntgenbilder sind im Allgemeinen unauffällig. Nur in Ausnahmefällen ist ein MRT erforderlich.

Behandlung

Nichtoperativ

Ihr Arzt verordnet Ihnen entzündungshemmende Medikamente, um die Schwellung zu reduzieren, und zieht eventuell Flüssigkeit aus dem Schleimbeutel ab. Ruhe, Eis, Kompression und Hochlagerung tragen zum Abschwellen bei. Eine Vermeidung von knienden Tätigkeiten ist für die Heilung von entscheidender Bedeutung. Patienten sollten möglichst Knieschoner tragen, um ein erneutes Auftreten zu verhindern.

Operativ

Bei Patienten, die nicht auf die konservative Behandlung ansprechen oder bei denen eine chronische Entzündung vorliegt, kann der Schleimbeutel über einen Schnitt an der Vorderseite des Knies entfernt werden. Quelle: Arhtrex

Nachbehandlung

Der Fadenzug erfolgt 12-14 Tage postoperativ. Ruhigstellung des Kniegelenkes mit Orthese für 1 Woche. Teilbelastung mit 20Kg für 5-7 Tage. Krankengymnastik. Arbeitsunfähigkeit 2-3 Wochen. Sportliche Betätigung nach 6-8 Wochen.

Grafiken und Videos mit freundlicher Genehmigung der Fa. Arhtrex

Sprechzeiten

Dr. med. Tim Bernhard

Mo - Fr 10:00 - 13:00
Di + Do 15:00 - 17:00
sonst nach Vereinbarung


Tel.: 07552 - 364
Fax: 07552 - 46 29

Kontakt

Dr. med. Enno Roderfeld

Mo - Fr 10:00 - 13:00
Mo + Mi 15:00 - 17:00
sonst nach Vereinbarung


Tel.: 07552 - 50 93
Fax: 07552 - 46 29

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Orthopädisches Zentrum Pfullendorf
Zum Eichberg 2/2

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